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Entlastungsstraße B 426 Ober-Ramstadt/Hahn

Stand Juni 2017

Im Juni 2008 wurde gemeinschaftlich von Vertretern der Verkehrsministerien von Bund und Land, dem Landkreis Darmstadt-Dieburg und der Stadt Ober-Ramstadt festgestellt, dass eine Entlastungsstraße um den Ober-Ramstädter Stadtteil Hahn im Zuge der B 426 dringend erforderlich ist.

Die Stadt Ober-Ramstadt plant seither mit der Realisierung der Ortsumfahrung eine deutliche Entlastung der heutigen B 426 in der Ortsdurchfahrt von Ober-Ramstadt Hahn.

Im Regionalplan Südhessen 2010 ist die geplante Ortsumgehung von Ober-Ramstadt Hahn als Planungshinweis enthalten.

Träger des Vorhabens ist Hessen Mobil – Straßen und Verkehrsmanagement. Die Baulast obliegt der Bundesrepublik Deutschland.

Die Mitfinanzierung durch die Stadt Ober-Ramstadt erfolgt im Rahmen der Planungskosten. Eine Beteiligung bei den Baukosten ist ausgeschlossen. Kostenträger der Maßnahme ist der Bund als Baulastträger.

Die B 426 verbindet im regionalen Bereich die Städte Darmstadt, Ober-Ramstadt, Reinheim und Groß-Umstadt. Unmittelbar am östlichen Ortseingang von Hahn mündet die aus Groß-Bieberau kommende L 3477 in die B 426. Seit Fertigstellung der Umfahrung Reinheim und dem Anschluss an den Lohbergtunnel, vor allem aber der Einführung der Umweltzone Darmstadt mit LKW-Durchfahrtsverbot im November 2015 hat sich der Verkehr auf der B 426 erhöht.

Hessen Mobil forderte im Mai 2015 eine neue Untersuchung der Verkehrsqualität mit einer Prognose auf das Jahr 2030, um eine aussagefähige verkehrliche Datengrundlage zu haben. Die Untersuchungen wurden von Hessen Mobil im Rahmen weiterer Untersuchungen an ein Ingenieurbüro im Juni 2015 vergeben. Die Ergebnisse wurden am 14.02.2017 vorgelegt.

Mit einer durchschnittlichen Verkehrsbelastung von derzeit rund 15.000 Fahrzeugen am Tag und einem Schwerverkehrsanteil von gut 8 % ist die enge Ortsdurchfahrt stark frequentiert. Entsprechend nachteilig sind die Belastungen durch Lärm und Abgase. Die Möglichkeit einer gesicherten Fahrbahnquerung der B 426 wird aktuell lediglich nur an einer Stelle angeboten.

Der Bau der Ortsentlastungstraße hat neben der deutlich verbesserten Verkehrssicherheit auch eine erhebliche Steigerung der Lebensqualität für die betroffenen Anwohner zur Folge. Zudem hat die Verlegung der B 426 aus der Ortsmitte eine positive Wirkung auf den Verkehrsfluss des dann ausgelagerten Durchgangsverkehrs.

Der seitherigen Planung der betrachteten Ortsentlastungsstraße liegen die fachplanerischen Untersuchungen aus den Bereichen Straßenplanung zur Trassenfindung, Umwelt mit der Erstellung einer Umweltverträglichkeitsstudie (UVS) und eine schalltechnische Untersuchung zugrunde.

Jeweils im Dezember 2009 und Dezember 2010 wurden zwei Bürgerinformationsveranstaltungen zur Umweltverträglichkeitsstudie mit dem Thema Linienfindung der Trasse durchgeführt.

Auf Grundlage der einzelnen Raumwiderstände wurden im Rahmen des Variantenvergleichs drei Linien vergleichend gegenübergestellt.

  • Ortsferne Nordumfahrung
  • Ortsnahe Nordumfahrung
  • Ortsnahe Südumfahrung

Im Ergebnis des Variantenvergleichs wird aus umweltfachlicher Sicht in der Bewertung die Südumfahrung für die nächste Planungsstufe als nicht mehr relevant gesehen. Unter Berücksichtigung des vorliegenden Planungsstandes stellen die beiden Nordvarianten somit den nördlichen bzw. südlichen Rand eines Vorzugskorridors dar.

Zur weiteren Linienentwicklung wurde in 2014 folgendes beauftragt:

  • Ingenieurleistungen für den Straßenentwurf (RE-Entwurf) und den wasserbaulichen Entwurf für die B 426 Entlastungsstraße
  • Ingenieurleistungen für die landschaftspflegerische Begleitplanung
  • Ingenieurleistungen für die Artenerfassung zum landschaftspflegerischen Begleitplan und die artenschutzrechtliche Prüfung

Im Jahr 2015 wurde eine weitere Untersuchung des Bodens auf Möglichkeiten zur Entwässerung beauftragt, um die Entwurfsplanung in Abstimmung mit Hessen Mobil in Sachen Entwässerung der Trasse zu überarbeiten. Im September 2015 wurde eine weiterführende Lärmuntersuchung für die Entlastungsstraße beauftragt.

Am 04.10.2016 hat der Planungsdezernent von Hessen Mobil auf Initiative der örtlichen CDU in der Waldenserhalle in Hahn zum Stand der geplanten Entlastungsstraße informiert.

Hessen Mobil stellte im November 2016 erste Ergebnisse der Verkehrsuntersuchung vor. Die Untersuchung zeigt Verkehrsverlagerungen in Folge der LKW-Durchfahrverbote von Darmstadt und Roßdorf auf.

In der bis zu diesem Zeitpunkt weit fortgeschrittenen Planung der Ortsumgehung muss ein Zusatzfahrstreifen in der Steigungsstrecke berücksichtigt werden. Dazu hatte nun eine Überarbeitung der fast vollständigen Straßenbauplanung zu erfolgen.

Deshalb wurden nun monatliche Besprechungs- und Planungstermine mit Hessen Mobil, den beauftragten Planungsbüros und der Stadtverwaltung festgelegt, um zunächst den RE-Straßenentwurf kontinuierlich voranzubringen und sodann alle weiteren Planungsleistungen betreffend Umwelt, Schallschutz, landschaftspflegerischer Begleitplanung usw. anzupassen.

Am 17.02.2017 fand eine Trägerbeteiligung zu verkehrlichen Belangen statt. Es wurde der Entwurf des Kreisverkehrsplatzes, die Anbindung der Kompostierungsanlage und der Dunklen Platte abgestimmt. Aufgrund der aktuellen Verkehrsprognose von Hessen Mobil bis zum Jahr 2030 werden zwei Fahrstreifen in der Steigungsstrecke in Richtung Darmstadt vorgesehen, der Kreisverkehrsplatz wird einstreifig ausgebaut werden.

Die Ergebnisse aus der Verkehrsuntersuchung und von Abstimmungsgesprächen wurden im Mai 2017 in eine weiterentwickelte Straßenplanung eingearbeitet. Aufgrund des dreistreifigen Ausbaus in der Steigung vergrößert sich die versiegelte Fläche, weshalb auch Anpassungen zur Entwässerungsplanung vorgenommen wurden.

Am 31.05.2017 wurde im Rathaus ein Termin zur Beteiligung der Landwirtschaft zu den aktuellen Planunterlagen durchgeführt. Es wurde die aktuelle Entwurfsplanung der Straße, die Entwässerungsplanung, der Bestands- und Konfliktplan zu Fauna und Flora sowie die Maßnahmenpläne zum landschaftspflegerischen Begleitplan von den Ingenieurbüros vorgestellt, diskutiert und mit den Belangen der Landwirtschaft abgestimmt. Die artenschutzrechtlich erforderlichen Maßnahmen im Umfeld der Baumaßnahme wurden von den Landwirtschaftsvertretern akzeptiert.

Am 13.06.2017 wurde ein Termin zur Beteiligung der Träger öffentlicher Belange im Rathaus Ober-Ramstadt durchgeführt. Dabei wurde der aktuelle Stand der Planung, Entwässerung und der Landschaftspflegerische Begleitplan den Teilnehmern vorgestellt.

Am 28.06.2017 fand in der Waldenserhalle eine Bürgerversammlung zur Vorstellung der aktuellen Entwurfsplanung der Entlastungsstraße Hahn und der zugehörigen landschaftspflegerischen Begleitplanung statt. Der Planungsstand zum Entwurf der Entlastungsstraße B 426 Ober-Ramstadt/Hahn (RE Entwurf) wurde von den beauftragten Ingenieurbüros mit einer Präsentation den zahlreichen Anwesenden ausführlich erläutert.

Aktueller Planungsstand:
Die geplante Nordumgehung hat ein Gesamtlänge von rd. 1.800m und wird östlich von Hahn in Form eines Kreisverkehrs an die bestehende B 426 angebunden und ersetzt somit die heutige B 426 im Zuge der Ortsdurchfahrt von Hahn. Im westlichen Anschluss an den Kreisverkehr wird die Straße in der Steigungsstrecke über eine Länge von ca. 1.100m dreistreifig mit einer Breite von 12,50m ausgebaut. Die übrige Streckenlänge verläuft zweistreifig. In Zukunft erfolgt die verkehrliche Anbindung des Stadtteiles Hahn an das übergeordnete Straßennetz dann ausschließlich über den geplanten Kreisverkehr, wodurch aber auch die maximale Entlastungswirkung (> 90 %) in der Ortsdurchfahrt erzielt wird.

Die über die L 3477 in bzw. aus Richtung Groß-Bieberau geleiteten Verkehre werden dann ebenfalls über den geplanten Kreisverkehr abgewickelt.

Bei der Trassierung wurden die Linien so in das Gelände gelegt, dass für die Siedlung Hahn ein optimaler Lärmschutz erreicht werden kann, der sogar über das hinausgeht, was nach den Richtlinien erforderlich gewesen wäre. Es wurde auch darauf geachtet, dass sich die geplante Trasse visuell bestmöglich in die Landschaft einfügt. Dabei werden die Anforderungen für die Entwässerung sowie das Ziel einer Reduzierung der Überschussmassen beachtet. Im Zuge der für den Bau erforderlichen Erdbewegungen werden Höhenausgleiche vorgenommen und Erdwälle für den Lärmschutz aufgeschüttet.

Für die planfreie Querung der Umgehungsstraße durch Fußgänger, Radfahrer und Fahrzeuge des landwirtschaftlichen Verkehrs, wurde die Anlage eines Brückenbauwerks im Osten der Entlastungsstraße berücksichtigt.

Mit Realisierung der Ortsentlastungsstraße erfolgt sodann eine Umwidmung der B 426 in der Ortsdurchfahrt zur Stadtstraße. Für den westlichen Abschnitt der dann ehemaligen B 426 ist ein Teilrückbau der Fahrbahn zum Verbleib eines 3,50 m breiten Geh-/ Rad- und Wirtschaftsweges beabsichtigt. In diesem Zusammenhang ist im Bereich des westlichen Bebauungsrandes eine weitere planfreie Querungsmöglichkeit (Unterführung) für Fußgänger und Radfahrer mit Anbindung an den nördlich der B 426 parallel verlaufenden Geh-/ Rad- und Wirtschaftsweg angedacht.

Im landschaftspflegerischen Begleitplan werden die Wirkungen der geplanten Trasse auf Fauna und Flora im Bestands- und Konfliktplan dargestellt. Die für den naturschutzrechtlichen Ausgleich erforderlichen Maßnahmen können größtenteils entlang der Strecke realisiert werden. Weitere Ausgleichsmaßnahmen sind am Bachlauf des Wembachs möglich als auch in etwas entfernteren Gebieten im Offenland der Gemarkung Ober-Ramstadt, in Abstimmung mit der örtlichen Landwirtschaft.

Die Baurechtschaffung erfolgt sodann über das Planfeststellungsverfahren. Ein ehrgeiziges Ziel ist ein Abschluss sämtlicher städtischer Planungsleistungen zum Jahresende 2017.