Banner
Sie befinden sich hier: Aktuelles | Aktuelles aus unserer Stadt

 Freibadsanierung

Die Stadt Ober-Ramstadt betreibt ein Freibad, dessen bauliche Grundsubstanz aus den 1920er Jahren stammt und grundhaft sanierungs- und modernisierungsbedürftig ist.

Am 13.11.2014 beschloss die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Ober-Ramstadt einstimmig, das Freibad künftig weiterhin mit konventioneller Wasseraufbereitung zu betreiben und beauftragte die Verwaltung, eine Vorplanung nach HOAI über Sanierungs- und Umbaumaßnahmen der Funktions- und Technikgebäude einzuleiten.

Die Stadt Ober-Ramstadt beauftragte sodann die Deutsche Gesellschaft für das Badewesen (DGfdB) mit der Erstellung eines Entwurfs für ein Freibadkonzept mit Raum- und Funktionsprogramm für die Sanierung der Gebäude und der Beckenlandschaft.

Die Kostenprognose der DGfdB sowie die Kostenschätzung der Verwaltung zu den Zusatzkosten wurde der Stadtverordnetenversammlung am 04.02.2016 zur Kenntnis vorgelegt. Die Stadtverordnetenversammlung beschloss am 04.02.2016 die Durchführung eines Planungswettbewerbes nach VOF unter Einschaltung eines externen Büros. Dabei sollten verschiedene Optionen (z.B. Sprungturm, 50m-Bahnen) betrachtet werden.

Planungswettbewerb
Im Zeitraum April bis September 2016 wurde ein Planungswettbewerb nach VOF gemäß RPW 2013 durchgeführt. Gegenstand des Wettbewerbs war die Vorentwurfsplanung für die Sanierung und Neukonzeption der Freianlagen und der Serviceeinrichtungen eines Freibads. Einzuplanen waren ein Funktionsgebäude mit Kasse, Umkleiden, Sanitäreinrichtungen und weiteren Funktionen, eine Badeplatte mit Schwimmer- und Nichtschwimmerbereich mit Breitrutsche, ein Kleinkindbecken und die Option für ein Springerbecken. Darüber hinaus sollten in einem Ideenteil Lösungen für die Freiraumgestaltung des westlich der Modau gelegenen Platzbereiches zwischen dem Jugendzentrum TRIO und der geplanten Polizeistation entwickelt werden.

Insgesamt hatten sich 14 interdisziplinäre Generalplanungsteams aus Architekten und Landschaftsarchitekten um die Teilnahme am Wettbewerb beworben. 8 Beiträge wurden letztendlich eingereicht. Die Entwürfe wurden unter Wahrung der Anonymität eingereicht und bewertet.


Preisgerichtssitzung am 12.09.2016

Die Vorsitzende des Preisgerichts, Frau Prof. Schultz ergänzte: „Architektenwettbewerbe sind die beste Möglichkeit, aus einer Vielzahl von kreativen Entwürfen die für den Ort und die Funktion nachhaltigste Planungsgrundlage zu bekommen.

Neben Herrn Bürgermeister Schuchmann waren in der Jury Vertreter der Politik, der Verwaltung, unabhängige Experten aus dem Bereich Architektur und Landschaftsarchitektur sowie ein Vertreter der Bauaufsichtsbehörde des Landkreises Darmstadt – Dieburg vertreten.

Der Bürgermeister der Stadt Ober-Ramstadt Werner Schuchmann und die Preisgerichtsvorsitzende Frau Prof. Kerstin Schultz aus Reichelsheim-Laudenau präsentierten am 12.09.2016 in der Stadthalle Ober-Ramstadt die Wettbewerbsergebnisse des europaweit ausgeschriebenen Architektenwettbewerbs zur Sanierung des Freibads.

Wettbewerbsgewinner ist das Team Bauatelier Freie Architekten Haas und Hiesch, Stuttgart mit Faktorgrün Landschaftsarchitekten, Rottweil.

In einem Ausstellungsrundgang erläuterte Frau Prof. Schultz den Entwurf des ersten Preisträgers:

„Der Wettbewerbsgewinner, das Team Bauatelier Freie Architekten Haas und Hiesch, Stuttgart mit Faktorgrün Landschaftsarchitekten, Rottweil, überzeugte das Preisgericht vor allem dadurch, dass die bäderfachlichen Aspekte nahezu optimal erfüllt worden sind und ein Freibad entsteht dass durch seine gestalterische Qualitäten eine hohe Attraktivität für die Besucher verspricht. Das Servicegebäude ist als kompakter Gebäuderiegel parallel zur Beckenlandschaft entwickelt, was eine hohe Wirtschaftlichkeit verspricht. Die Holzfassaden sind für den Ort und die Bauaufgabe eine adäquate Antwort. Die in einem Ideenteil zu entwickelnde Platzsituation am neuen Haupteingang an der Modau hat das Potential ein attraktiver Aufenthaltsort für Bürger und Besucher zu werden, wobei der im Ideenteil vorgeschlagene großflächige Brückenschlag über die Modau nach Meinung des Preisgerichts in seiner Dimension überprüft werden sollte.“

Die öffentliche Ausstellung der Wettbewerbsentwürfe fand im Zeitraum vom 12. bis 18. September 2016 statt.

Wettbewerbsentwurf Bauatelier Freie Architekten Haas & Hiesch, Stuttgart

Das Auswahlgremium des Planungswettbewerbs hat einstimmig empfohlen, das Architekturbüro, das im Wettbewerb den ersten Preis erhalten hat – bauatelier Haas & Hiesch - als Generalplaner zu beauftragen. Der Generalplaner wird für die Bereiche Freianlagen, Haustechnik und Statik Subplaner einsetzen, die er der Stadtverwaltung in den Verhandlungsgesprächen vorstellt.

Beschlussfassung zum Neubau der Gebäude
Am 04.05.2017 beschloss die Stadtverordnetenversammlung, dass die Bestandsgebäude des Freibads aus technischen Gründen nicht weiter verwendbar sind bzw. nicht in wirtschaftlicher Weise saniert werden können und daher ein Abbruch der Bestandsgebäude und somit ein Neubau der Gebäude erforderlich ist.

Beschlussfassung zum Vorentwurf
Die Stadtverordnetenversammlung beschloss am 29.06.2017 die Beauftragung des 1. Preisträgers bauatelier freie Architekten Haas & Hiesch aus Stuttgart. Seit der Beauftragung wurden acht Plan- und Kostenbesprechungen durchgeführt, um den Wettbewerbsentwurf durch funktionale und wirtschaftliche Anpassungen in Abhängigkeit der Fachplanungen bis zur Vorentwurfsreife weiterzuentwickeln.

Im Vorentwurf sind weiterhin die herausragenden Merkmale des Siegerentwurfs wie die geradlinige Architektur mit klarer Infrastruktur für Badegäste und Personal, der großzügige und einladende Eingangsbereich mit einem Vorplatz im Bereich des abzubrechenden Funktionsgebäudes als auch das für die Badegäste begehbare Dach des Technikgebäudes mit Verweilmöglichkeiten sowie der Gastrobereich in unmittelbarer Nähe zum südlichen Kinder- und Kleinkinderbereich vorhanden.

Diese Merkmale wurden in den Planungsgesprächen konsequent und flächenoptimiert angepasst. Es wurden kleinere strukturelle Verschiebungen und Regulierungen von Flächengrößen im Bereich des Funktionsgebäudes, des Technikgebäudes und der Badeplatte vorgenommen.

Die Deutsche Gesellschaft für das Badewesen GmbH (DGfdB) aus Essen unterstützt die Stadt aktiv mit ihrem bäderfachlichen und wirtschaftlichen Know-how in der Planungsphase und in den Planungsbesprechungen.

Der Vorentwurf mit Varianten zu Ausstattungsmerkmalen wurde den städtischen Gremien nun zur Entscheidung vorgelegt.

In einer gemeinsamen öffentlichen Sitzung des Bau- und Verkehrs- sowie Haupt- und Finanzausschusses am 13.12.2017 wurden die verschiedenen zur Auswahl stehenden Bestandteile des Vorentwurfes durch Herrn Haas vom bauatelier freie Architekten Haas & Hiesch aus Stuttgart den Ausschussmitglieder in einer ausführlichen Präsentation vorgestellt.

In Ihrer Sitzung am 21.12.2017 beschloss die Stadtverordnetenversammlung zu wesentlichen Bestandteilen des Vorentwurfs, wie z.B. über den Bau des Springerbeckens, die Art der Beckenwassererwärmung oder auch zu Varianten eines Kleinkindbereiches und Bodenbelagsoberflächen.

Nach Anpassung des Vorentwurfs entsprechend der Beschlussfassung beginnt die Entwurfsphase in der Planung.